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Cellsche Zeitung 09.12.2008

CELLE (rdd). Ein junger Hirsch auf einem Rollbrett vor dem Hintergrund vieler einzelner Bäume schmückt Einladungen und Plakat, mit denen der BBK Celle für seine 62. Jahresausstellung wirbt. „Der junge Hirsch steht für die Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins der bildenden Kunst", erläutert Vorsitzender Lutz Wiedemann, „das Rollbrett symbolisiert die geistige und künstlerische Beweglichkeit, die nötig ist, um diesen Prozess in die Öffentlichkeit zu tragen, und die Bäume stellen die einzelnen Künstler dar, die den Wald als Lebensraum für den jungen Hirsch bilden."
Arbeiten von insgesamt 19 Mitgliedern des BBK Celle sind bis zum 11. Januar in der Gotischen Halle des Celler Schlosses zu sehen. Die Ausstellung wird am 7. Dezember um 11.30 Uhr eröffnet.
Individuell und harmonisch Jahresausstellung des BBK Celle im Schloss ist noch bis zum 11. Januar geöffnet
Thematisch und gestalterisch sind sie differenziert, dennoch ergeben sie ein harmonisches Ganzes: Die Werke der Celler Künstler, die derzeit in der Jahresausstellung des BBK im Schloss zu sehen sind. Dabei wolle man den überkommenen Kunstbegriff, symbolisiert durch den röhrenden Hirschen über dem Sofa, transformieren und modernisieren. Ältere und avantgardistische Installationen und Skulpturen sind dabei einträchtig nebeneinander zu sehen.
Celler Künstler zeigen Werke CELLE. Unübersehbar neue Reize und ein Innovatives, besucherorientiertes Konzept bietet die traditionelle Jahres-ausstellung des BBK Celle, die am Sonntag in der Gotischen Halle des Celler Schlosses eröffnet worden ist. Traditionelle darstellende Kunst, aber auch die traditionelle Kunst aufbrechende Arbeiten sorgen für faszinierende visuelle Spannungsbögen. Vorsitzender Lutz Wiedemann wies bei der Vernissage auf die „Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins der bildenden Kunst in den Regionen" hin, ein auch Im BBK Celle erkennbares neues Selbstbewusstsein, das er „parallel zum Geschehen In den Metropolen des Kunstgeschehens für sehr wichtig" hält. Der auf den Plakaten dafür werbende Junghirsch, so Wedemann, stehe aber auch für das Bestreben, den oftmals noch vorherrschenden überkommenen Kunstbegriff, für den der röhrende Hirsch über dem Sola Sinnbild ist, nicht zu negieren, sondern zu transformieren und zu modernisieren".
Diese Absicht wird auch beim bewussten Betrachten der Ausstellung deutlich: Da findet man ältere und bereits häufiger gezeigte Arbeiten neben avantgardistischen Installationen und Skulpturen, zeitlos schöne Blumenaquarelle neben zeitgeistbeschreibender Kunst, fantasieanregende Collagen neben kunstvoll zum Ausdruck gebrachten Träumen und Fantasien. Ob Dietrich Klatts arrangierte „Malsachen" oder die im Lichterketten-Dekor strahlende „Licht-Else" von Inge Frisius, ob die von Lutz Wiedemann auf einer Rettungsdecke „Die Qual der Wahl" ausdrückenden 34 Feuermelder oder die von Friederike Witt-Schiedung strukturierten „Vier Mutmaßungen aus dem Leben eines Holzpfahls" - die insgesamt fünfzig variantenreichen Exponate in Öl und Acryl, auf Leinwand und Büttenpapier, aus Materialien der Natur und Gegenständen des Alltags, selbstredend oder Fragen aufwertend. wetteifern um die Aufmerksamkeit der Gäste, ohne jedoch dadurch in einen Wettstreit zu treten: Hängung und Anordnung der Exponate erzielen bei aller Individualität und thematischen wie gestalterischen Differenziertheit ein harmonisches, augenfälliges Ganzes. * Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist bis zum 11. Januar zu sehen. Sie ist geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 13 und von 13.30 bis 17 Uhr.
Von Rolf-Dieter Diehl
Walsroder Zeitung 19.09.2008