Materialien aus ihrem Kontext zu lösen und mit ihnen etwas völlig Neues entstehen zu lassen ist die Grundlage meiner Objektkunst. Auf der Suche nach neuen Formen und Ausdrucksweisen finde ich Materialien, mit denen ich experimentell arbeite.
Laut Bibel, 1. Buch Mose, sind Kain und Abel die ältesten Söhne in der Menschheitsgeschichte. Die Kinder von Adam und Eva, den ersten Menschen, die Gott erschaffen hatte.
Kain, Ackerbauer, neidisch auf seinen Bruder Abel, Schafhirte, da Gott dessen Opfergabe vorzog, wurde von bösen Gedanken beherrscht, hörte nicht auf die Ermahnungen seines Gottes und erschlug seinen Bruder Abel. So wurde Kain zum ersten Mörder in der Menschheitsgeschichte.
Auszug aus der Bibel, 1. Buch Mose Genesis 4,1-16:
Nach einiger Zeit brachte Kain dem Herrn ein Opfer von den Früchten des Feldes dar; auch Abel brachte eines dar von den Erstlingen seiner Herde [...]. Der Herr schaute auf Abel und sein Opfer, aber auf Kain und sein Opfer schaute er nicht. Da überlief es Kain ganz heiß, und sein Blick senkte sich.
[...] Hierauf sagte Kain zu seinem Bruder Abel: Laß uns aufs Feld gehen! und als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. Da sprach der Herr: "Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden. [...] Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. Wenn du den Acker bebauen wirst, wird er dir keinen Ertrag mehr geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden."
[...] Kain antwortete dem Herrn: "Meine Sünde ist größer, als daß sie mir vergeben werden könnte. [...] So wird mir's gehen, daß mich totschlägt, wer mich findet". Der Herr aber sprach: "Darum soll jeder der Kain erschlägt, siebenfacher Rache verfallen". Daraufhin machte der Herr dem Kain ein Zeichen, damit ihn keiner erschlage, der ihn finde. Dann ging Kain vom Herrn weg und ließ sich im Lande Nod nieder, östlich von Eden."
Lutz Wiedemann, Assemblage (27 x 27 x 38 cm) 2008
Ein Dialog (von altgriech. dialégesthai: sich unterhalten, sich unterreden) ist eine mündlich oder schriftlich zwischen zwei oder mehreren Personen geführte Rede und Gegenrede.
Die Beichte und der Gefangenenbesuch stehen exemplarisch für stark formalisierte oder durch äußeren Zwang eingeschränkte Dialoge, bei denen das Merkmal der freien Interaktion fehlt.
Im Weiteren wird ein imaginärer Dialog zweier Personen vorbereitet, in dem verbal "interagiert" wird, ohne dass die eine Person von der Existenz der anderen weiß. Es ist geplant, diesen Dialog als Bühnenstück zu inszenieren. Der Zuschauer wird dann das Bühnenbild jeweils im 90° Winkel sehen und auf die durch eine Wand getrennte Bühne schauen.
Gefundene, gesammelte Materialien als einzelne Elemente verbinden sich zu einem neuen Ganzen.
Ein verspielter, analytischer Umgang mit meiner Kunst regt eine neue Betrachtungsweise der Dinge an und erschließt die dahinter verborgene Intention.